Schlaganfall trotz Marcumar?
Dr. Bialucha-Nebel: Zeit kostet Gehirn

Von Karl Heinz Bleß

Auch Menschen, die aus therapeutischen Gründen künstlich mit dem Medikament Marcumar den Gerinnungswert ihres Blutes senken, können einen Schlaganfall erleiden. Darauf hat Oberärztin Dr. Barbara Bialucha-Nebel am 3. Deutschen Reha-Tag, dem 23. September 2006, in der Kirchberg-Klinik hingewiesen. Der Grund sei oft ein falscher Gerinnungswert.

Dr. Barbara Bialucha-NebelDer Grund für eine zu schnelle Gerinnung kann nach ihren Worten daran liegen, dass andere Medikamente dieses als Nebenwirkung verursachen, die Ernährung plötzlich umgestellt wurde oder nach starkem Alkoholkonsum. Auch eine Herzklappenentzündung könne der Grund für einen Schlaganfall sein.

Durch eine zu stark verminderte Blutgerinnung können hingegen Hirnblutungen begünstig werden. Auslöser kann dann ein plötzlicher heftiger Blutdruckanstieg sein, eine Verletzung durch einen Sturz, eine angeborene Gefäßschwäche oder eine Gefäßentzündung. Hirnblutungen sind lebensbedrohlich, weil das Blut wegen der Schädeldecke eingeschlossen ist und auf das Gehirn drückt. Damit können lebenswichtige Funktionen des Gehirns beeinträchtigt werden.

Das Risiko insgesamt, als selbstkontrollierender Marcumar-Anwender an einem Schlaganfall zu erkranken, ist allerdings relativ gering, beruhigte die Referentin einerseits, machte aber auch deutlich, dass jeder Schlaganfall ein Notfall ist, der sofort behandelt werden muss. „Zeit kostet Gehirn“ sagte sie, um daran zu erinnern, dass relativ schnell Hirnzellen absterben, wenn sie nicht ausreichend mit Blut versorgt werden und irreparable Schäden die Folge sein können.

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