Heparin von RotexMedica vom Markt genommen
Blutverdünnendes Medikament  könnte Allergien verursachen – andere Firmen folgten

Von Karl Heinz Bleß

Der Medikamentenhersteller RotexMedica hat den Wirkstoff Heparin von Markt genommen. Wegen dutzender Fälle von Atembeschwerden, Herzrasen und niedrigem Blutdruck im Zusammenhang mit den Blutverdünner Heparin haben die Behörden einen Rückruf des Wirkstoffs angeordnet. Das meldet die Nachrichtenagentur AP.

Inzwischen haben auch andere Hersteller ihre Heparin-Präparate zurückgerufen, weil auch sie in einigen Chargen aus China Verunreinigungen entdeckt haben.

Insgesamt seien in Deutschland etwa 80 Fälle von allergischen Schocks nach der Verwendung des offenbar verunreinigten Mittels aufgetreten, sagte Axel Thiele von Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinproduktion (BfArM) der Nachrichtenagentur. Todesfälle seine aber nicht bekannt.

In Deutschland ist nach Angaben des Bundesinstituts eine billigere Variante, das so genannte unfraktionierte Heparin, von Verunreinigung betroffen. Zehn Hersteller von unfraktioniertem Heparin gibt es in Deutschland. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte in Berlin, der bundesweite Rückruf von Medikamenten mit dem Blutverdünner von RotexMedica gelte nur für einen Teil der ausgelieferten Mengen. Betroffen seien nur bestimmte Chargen von Heparin-Injektionslösungen des im schleswig-holsteinischen Trittau ansässigen Unternehmens. Andere Medikamentenhersteller sind bisher nicht betroffen.


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