Alltägliche Bewegung und richtiges Essen
3. Deutscher Reha-Tag: Vorträge für Jedermann über Sport und Ernährung

Von Karl Heinz Bleß

Das Programm des 3. Deutschen Reha-Tages in der Kirchberg-Klinik bot am Nachmittag des 23. September 2006 drei Vorträge für Jedermann, bei denen es um das Fit-Werden durch gesunde Ernährung und Sport ging. Sportmedizinerin Dr. Birgit Schnell versuchte für Bewegung und Sport zu begeistern und Diätassistentin Gerlinde Wüstefeld ging auf gesunde Ernährung und Sport ein. Physiotherapeutin Diana Becker zeigte an Beispielen, wie man Sport und Bewegung praktisch umsetzt.

Dr. Birgit Schnell„Sport muss Spaß machen“, war eine der wichtigsten Thesen von Sportmedizinerin Dr. Schnell. Sie zeigte, dass Sport im Alltag beginnen kann, indem man den Lift meidet und die Treppe benutzt, täglich eine Extrarunde um den Block läuft, sich einen Hund anschafft, mit dem man regelmäßig raus muss oder mit den Kindern sportliche Spiele pflegt. Drei- bis fünfmal die Woche 20 bis 60 Minuten sportliche Bewegung reichen, wenn man 55 bis 65 Prozent der maximalen Herzfrequenz erreicht, fasste sie zusammen. Sie warnte ausdrücklich vor einer Überbelastung, sondern sprach von „Sport mit Augenmaß“, erinnerte an die ausreichende Erholung nach dem Sport und an die richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr. Auf jeden Fall müsse der Sport Spaß machen, wenn Bewegung nicht zur lästigen Pflicht werden solle.

Gerlinde WüstefeldDiätassistentin Gerlinde Wüstefeld sprach über das Essen. Abwechslungsreich sollte es sein mit reichlich Kohlenhydraten und auch der ausreichenden Menge Fett. Während man Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und vor allem Obst reichlich essen sollte, sei bei zuckerreichen Produkten, Cornflakes, Weißmehl, Honig und Marmelade Zurückhaltung geboten.

Auch Fett sei wichtig. Es sei die „Reserve für unterwegs“ sagte sie. 60 bis 80 Gramm täglich reichen, wobei man bedenken müsse, dass jeder Deutsche durchschnittlich zuviel, nämlich 120 Gramm Fett aufnehme. Obwohl Fett als Energiespender und Baumaterial für den Körper wichtig sei, solle man zuerst bei den „sichtbaren“ Fetten sparen. Und auf die Qualität des Fettes solle man achten. So seien bei den einfachen Fetten Fische wie Hering, Makrele und Lachs sehr zu empfehlen, während man sonst mehr auf Olivenöl, Sonnenblumenöl und Nüsse zurückgreifen sollte. Ebenso wichtig sind nach ihren Worten Eiweiß, Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Magnesium und Jod sowie Vitamine. Wichtig sei zudem, dass man viel trinkt. Zusammenfassend sprach sie von den „Geheimwaffen der Natur“: Fünfmal täglich Obst und Gemüse und man ist satt und gesund ernährt.

Diana BeckerIn einem dritten Kurzvortrag ging Physiotherapeutin Diana Becker auf die Bewegung und das Krafttraining ein, wie es die Kirchberg-Therme in der „Balance“ anbietet. Auch sie warnte davor, sich selbst zu überfordern. So plädierte sie für „kleine Ziele“, die man auf jeden Fall erreichen kann, um sich selbst ein Erfolgserlebnis zu garantieren. Es gehe einfach darum, die Kondition zu verbessern. Sie sprach sich dafür aus, feste Wochentage einzuplanen, an denen man Sport treibt und den Zeitaufwand so zu wählen, dass es auch für Berufstätige gut zu schaffen ist. Schließlich solle der Sport Spaß machen. Bei der Wahl der Sportart sollte man darauf achten, ob man lieber Sport in der Gruppe macht, etwa im Verein, oder ob man lieber alleine Sport treibt. Jeder müsse da seinen Weg finden. Und wer ein Fitness-Studio oder eine Sportanlage anfahren müsse, sollte für den Weg nicht länger als 20 Minuten benötigen.


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